Neu-Anspach – Mit dem neuen Bewegungsangebot für Kinder mit körperlicher und/oder geistiger Beeinträchtigung hat die SG Anspach etwas geschaffen, was bisher offensichtlich gefehlt hat. Binnen kürzester Zeit hatte es so viele Anmeldungen gegeben, dass Übungsleiter Peter Tokai und seine Frau Lisa sowie Brigitte Girard von der Turnabteilung der SG die große Gruppe schon beim ersten Mal teilen mussten.
„Dankenswerterweise haben andere Gruppen uns dieses Mal ihren Platz in der Sporthalle überlassen, so dass wir sowohl den Gymnastikraum unten als auch die Halle oben nutzen konnten“, zeigt sich Peter Tokai dankbar für das Entgegenkommen, das allerdings weder eine Selbstverständlichkeit noch eine Dauerlösung ist.
Der Bedarf für die Familien ist ganz offensichtlich hoch. „Hier bekommen die Familien ein Stück Normalität in ihren Alltag, der alles andere als normal ist“, bringt es Lisa Tokai auf den Punkt. Spaß haben, gemeinsam spielen, sich bewegen je nach Können, das sei oft nicht möglich. Es fehle an Gelegenheiten der Teilhabe, an niedrigschwelligen Angeboten, damit behinderte Kinder zusammenkommen können. Und es fehle an inklusiven Spielplätzen, die zum Beispiel auch mit dem Rollstuhl befahrbar sind. „Versuchen Sie mal, einen Rollstuhl über die Holzhackschnitzel zu fahren“, machte etwa Michael Rehwald auf ein übliches Problem auf Spielplätzen aufmerksam.
Obwohl der VdK in Neu-Anspach sich schon sehr um Barrierefreiheit im öffentlichen Raum bemüht und bereits viel erreicht hat, sei noch viel Luft nach oben. Und obwohl der Hochtaunuskreis Pilotregion Inklusion ist, sei man in der Praxis noch weit entfernt von gelebter Inklusion, merkten einige Teilnehmer an. Dabei könne man oft mit einfachen Mitteln Lebensqualität herstellen, etwa mit Rampen – oder mit einem Bewegungsangebot.
Einfache Mittel waren hier unter anderem Sandsäckchen zum Werfen, Knautschen, Spielen. Oder ein großes Schwungtuch, das eine Gemeinschaft herstellte, als alle an einer Ecke mit anpackten und das Tuch zum Flattern brachten. Rollbretter, Matten, Seile, Pylonen oder Kästen, dazu verschiedene Stationen wie bei einem Parcours, luden zum Spielen und sich Bewegen ein – und wurden frei oder mit sanfter Anleitung durch die Übungsleiter sowie die Begleitpersonen der Kinder genutzt. „Die Kinder sollen einfach Teilhabe und Spaß haben“, so Lisa Tokai.
INGRID SCHMAH-ALBERT
Fotos: Ingrid Schmah-Albert
(Usinger Anzeiger vom 13.03.2026)

Übungsleiter Peter Tokai mit Familie