
Relegation als letzte Chance auf den Aufstieg
Nach einer langen und kräftezehrenden Saison hat die 4. Mannschaft der SG 1862 Anspach doch noch die Chance auf den Aufstieg in die Bezirksoberliga ergriffen. Über den Umweg der Relegation sollte das große Ziel erreicht werden. Austragungsort war die Turnhalle des TV Kostheim, in der gleich zwei entscheidende Begegnungen warteten. Zunächst ging es gegen den Mitkonkurrenten aus der Bezirksliga, den VfR Wiesbaden II, anschließend gegen den abstiegsbedrohten Bezirksoberligisten TG 1899 Oberjosbach.
Mit Bestbesetzung – Julian Roßbach, Nikolai Grum, Sebastian Wagner und Markus Meinig – reiste die SG Anspach an. Die Ausgangslage war klar: Zwei Siege bedeuteten den sicheren Aufstieg.
Auftaktkrimi gegen den VfR Wiesbaden II
Der Auftakt gegen den VfR Wiesbaden II verlief allerdings alles andere als ruhig. Das Doppel Wagner/Meinig geriet schnell mit 0:2 Sätzen in Rückstand und musste im dritten Satz sogar einen Matchball abwehren. Irgendwie kämpften sich beide noch in den Entscheidungssatz, in dem sie schließlich die Nerven behielten und der SG Anspach einen immens wichtigen Punkt sicherten. Das zweite Doppel Grum/Roßbach hatte bei einem ständigen Auf und Ab dagegen das Nachsehen und verlor unglücklich im fünften Satz.
Auch im vorderen Paarkreuz entwickelten sich enge und intensive Partien. Nikolai Grum wirkte insgesamt stabiler und gewann sein Spiel verdient mit 3:1. Julian Roßbach hingegen fand zunächst überhaupt nicht in seinen Rhythmus. Gegen Manuel Joder kämpfte er sowohl mit sich selbst als auch mit seinem Gegner über die volle Distanz, musste sich am Ende aber erneut bitter im fünften Satz geschlagen geben.
Im hinteren Paarkreuz wurde es ebenfalls spannend. Sebastian Wagner zeigte eine äußerst wechselhafte Partie – einem klaren 11:3 folgte direkt ein ebenso deutlich verlorener Satz, ehe er wieder dominant auftrat. Markus Meinig hingegen lieferte einen kontrollierten Start-Ziel-Sieg ab. Lediglich ein verlorener dritter Satz sorgte kurzzeitig für Spannung, der Erfolg war jedoch nie ernsthaft gefährdet. Sebastian ging ebenfalls über fünf Sätze, setzte sich dort aber verdient durch. Damit führte die SG Anspach zur Pause denkbar knapp mit 4:2.
Der VfR Wiesbaden II stemmte sich weiterhin mit aller Kraft gegen die drohende Niederlage. Im Spitzenspiel zeigte Julian Roßbach erneut starke Schwankungen – phasenweise dominierte er seinen Gegner komplett, ehe Konzentrationsprobleme wieder für Unsicherheit sorgten. Am Ende verlor er erneut im fünften Satz. Parallel dazu gewann Nikolai Grum ein langes und taktisch anspruchsvolles Match über vier Sätze gegen Leon Witzel. Trotz Schwierigkeiten mit den Schnittvariationen seines Gegners fand der Defensivspezialist immer wieder passende Lösungen und brachte die SG mit 5:3 in Führung.
Sebastian Wagner machte anschließend mit einer starken Vorstellung den vorzeitigen Mannschaftssieg perfekt. Damit war die Anspannung bei der SG Anspach deutlich gelöst. Das letzte Einzel von Markus Meinig hatte zwar nur noch statistischen Wert, konnte mit Blick auf das Gesamtbild des Tages aber dennoch wichtig werden. Mit einem souveränen 3:1-Erfolg stellte Markus schließlich den 7:3-Endstand her.
Entscheidungsspiel gegen die TG 1899 Oberjosbach
Nach diesem gelungenen Auftakt ging es in die wohlverdiente Mittagspause. Zurück in der Halle wartete nun das alles entscheidende Duell gegen die TG 1899 Oberjosbach. Diese hatte zuvor den VfR Wiesbaden II klar mit 8:2 besiegt, wodurch für die SG Anspach feststand: Nur ein Sieg bedeutete den Aufstieg.
Nach ausgeglichenen Doppeln mussten beide Einzel gegen Laketcenko abgegeben werden. Dafür präsentierten sich Julian Roßbach und Nikolai Grum in den wichtigen Begegnungen gegen Max Ip hochkonzentriert und holten zwei enorm wichtige Punkte für die Mannschaft.
Im hinteren Paarkreuz zeigte Sebastian Wagner erneut eine starke Leistung. Zunächst gewann er gegen Besnik Tahiri und entschied später auch das Schlüsselspiel gegen Benke für sich. Markus Meinig musste sich Benke zwar mit 0:3 geschlagen geben, doch Sebastian hatte sich deutlich besser auf dessen Spiel eingestellt und konnte seine eigenen Stärken konsequent ausspielen.
So stand es plötzlich 5:4 für die SG Anspach – und alles lastete auf Markus Meinig. Er musste nun den entscheidenden sechsten Punkt holen. Zunächst sah alles nach einer schnellen Entscheidung aus: Markus führte bereits mit 2:0 Sätzen und hatte den Sieg greifbar vor Augen. Doch sein Gegner Tahiri kämpfte sich in einer nervenaufreibenden Verlängerung zurück ins Spiel. Nach wechselnden Match- und Satzbällen gelang Oberjosbach tatsächlich noch der Satzanschluss. Im vierten Satz drehte Markus jedoch nochmals auf, spielte konzentriert und entschlossen und ließ nichts mehr anbrennen.
Aufstieg perfekt – SG Anspach jubelt über die Bezirksoberliga
Mit diesem Erfolg gewann die SG 1862 Anspach auch das Abendspiel mit 6:4 und sicherte sich damit mit der 4. Mannschaft den Aufstieg in die Bezirksoberliga.
Ein großer Dank gilt außerdem den Coaches sowie den zahlreichen Unterstützern in der Halle, die die Mannschaft bei jedem einzelnen Punkt lautstark unterstützt und durch diesen langen Relegationstag getragen haben.